Die Ursprünge des Hip Hop

HipHop entwickelte sich zu einer der populärsten Jugendkulturen seit ihren frühen Anfängen in den USA.
Dabei ist sie nicht nur bloße Musikrichtung, sondern eine ganze Szene, die sich durch spezielle Kleidung, Graffiti, Rap und Dj-ing auszeichnet. Eingewanderte Afroamerikaner entwickelten in den 70ern den HipHop als Kultur.
In der Bronx, dem wohl bekanntesten Ghettoviertel der USA, wirkte Afrika Bambaataa und schuf eine Jugendkultur, die Breakdance tanzt, zu weite T-shirts und Hosen trägt und bei so genannten „Battles“ in verbalen Gefechten gegeneinander antritt.

Hip Hop in der afroamerikanischen Kultur

HipHop bot den Afroamerikanern, sowie puertoricanischen Einwanderern, die lange in Arbeitslosigkeit lebten, sich mit der Drogenproblematik und Bandenkriegen auseinander setzen mussten, ein Medium, mit Hilfe dessen sie auf sich aufmerksam machen und sich über die Missstände ihrer Situation äußern konnten. Rapper befassen sich in ihren Texten unter anderem mit Identitätsfindung, wobei das Motto stets lautet: „Keep it real“. Neben Authentizität und dem vermittelten Gefühl von Freiheit und rebellischem Aufbegehren, lockt Originalität die Jugendlichen und ermöglicht somit Heranwachsenden aus allen Gesellschaftsschichten und sozialen Bereichen leicht den Zugang zum HipHop zu finden.

Für die Afroamerikaner war HipHop eine Form zur Selbstbestimmung, ein Aufbegehren aus der aufgezwungenen Identität.

Wie kam Hip Hop nach Deutschland?

Nachdem die Erfolgswelle der amerikanischen Szene nach Deutschland übergeschwappt war und die ersten Künstler nicht mehr, wie lange üblich, auf Englisch, sondern in ihrer Muttersprache performten, hob sich anfangs die Gruppe der Fantastischen Vier hervor. Diese eroberten mit ihren deutschen Rapsongs wie „Die da!?!“ 1992 die Charts und spielten eine bedeutende Rolle im Zuge der immer größer werdenden Beliebtheit des HipHop. Dabei stieß die Band anfangs auf harten Widerstand von der eingefleischten Szene, die nichts mit den kommerziellen Mittelstand-Jungs anfangen konnte und sich eher als Untergrundkultur verstand. Nach und nach folgten jedoch andere Gruppen dem Beispiel der Stuttgarter Truppe und trugen weiterhin dazu bei, dass sich deutscher HipHop einen Namen machte und sich die Szene dem Kommerz öffnete. Bands wie Blumentopf oder Massive Töne hatten Erfolg mit tiefgründigen, aber auch sinnvollen und humoristischen Texten.

Spätestens jedoch ab 2001 veränderte sich die Szene deutlich einhergehend mit der Gründung des Independent Label Aggro Berlin. Der Durchbruch des so genannten Gangster-Raps erfolgte, der sich zunächst in den 80ern in den USA etablierte und in den 90ern von Künstlern wie Dr.Dre oder 2PAC vertreten wurde.
Gegenüber des Gangster- und des Battle-Rap, dessen Ziel es ist, sich in eifrigen Wortgefechten möglichst derbe zu „dissen“, stehen Künstler wie Samy Deluxe für die Form des Message-Rap. Dieser ermöglicht Interpreten, in kreativer, künstlerischer und moderner Weise gegen die Missstände in der Gesellschaft zu protestieren und stellt die sozialkritischste Art von Rap dar.